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Der Garten

C.G. Jung zeichnete nicht nur für die Planung und Gestaltung seines Küsnachter Hauses, auch Idee und Entwurf des Gartens lagen ihm am Herzen. Nach seinen Vorstellungen schuf er zusammen mit der renommierten Gartenbaufirma E. Mertens’ Erbe eine Landschaft, welche Garten und Gebäude zu einem einzigartigen Ensemble verschmelzen liess. Nahezu unverändert präsentiert sich dieses Gartenreich Jungs auch heute noch.

Von der Seestrasse kommend, eröffnet sich den Besuchenden ein stimmungsvoller Blick auf das Anwesen. Eine kleine Allee mit zwei gepflästerten Fahrspuren führt – flankiert von kegelförmigen Buchsbäumen – hin zum ehemaligen Wohnsitz der Familie Jung-Rauschenbach. Der obere Teil des Gartens unterscheidet sich mit seinen Obstbäumen und Nutzpflanzen vom unteren, dem See zugewandten Ziergarten. Ein traditioneller Senkgarten in englischer Manier ist der verglasten Veranda des Hauses vorgelagert. Dieses Gartenkompartiment mit seinem tiefer gelegenen Rasengeviert, zeigt in seiner Mitte eine ausladende, mit Blumen bepflanzte Henkelvase. Jung liess sich hier an sonnigen Tagen unter Kiefern zur Kaffeestunde nieder. Zum Ufer hin begrenzt links ein zierlicher Gartenpavillon das Grundstück. Jung nannte diesen Ort sein «Cabinettchen am See». Über den Schilfstreifen am See hinweg bietet sich der Panoramablick auf das gegenüberliegende Ufer. Eine Mole führt in den See hinaus und bildet einen kleinen Hafen vor dem Bootshaus. Dies war der Liegeplatz für den Pelikan, Jungs geliebtes  Segelboot, und für seine Jolle. Von hier führt ein Kiesweg zum mit Bäumen geschützten, und von Kirschlorbeer umgebenen Steinplatz. An diesem idyllischen Ort – im «Gartenzimmer» – pflegte C.G. Jung während des Sommers zeitweilig auch seine Patienten zu empfangen.

Damals setzte sich die Idee bei mir fest, ich müsse an einem See leben. Ohne Wasser, so dachte ich, könne man überhaupt nicht sein.

Erinnerungen, Träume, Gedanken von C.G. Jung