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Carl Gustav und Emma
Jung-Rauschenbach

Seine spätere Gattin lernte C.G. Jung (1875-1961) als junger Student im Alter von 21 Jahren kennen. Er traf sie 1896 bei einem Besuch in ihrem elterlichen Haus in Schaffhausen. Emma Rauschenbach (1882-1955) war bei dieser ersten flüchtigen Begegnung 14jährig. Jung erkannte bereits damals in ihr seine künftige Ehefrau und sechs Jahre später hielt er als frisch promovierter Mediziner um Emmas Hand an. Die Hochzeit fand am 14. Februar 1903 statt und das junge Paar bezog eine Amtswohnung der psychiatrischen Klinik Burghölzli in Zürich, wo Jung als Arzt tätig war. 1904 kam ihre Tochter Agathe zur Welt, und in kurzen Abständen folgten die weiteren Kinder Gret, Franz, Marianne und Helene.

Nach dem frühen Tod des Vaters, Pfarrer Paul A. Jung-Preiswerk, musste der 21-Jährige zum Unterhalt seiner Mutter Emilie und der  jüngeren Schwester Gertrud beitragen. Emma hingegen kam aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie. Die Hinterlassenschaft ihres Vaters Johannes Rauschenbach-Schenk ermöglichte dem Paar, ein eigenes Heim zu planen. Sie erwarben ein Grundstück am Zürichsee und liessen dort 1908 ihr Haus nach den Vorstellungen Jungs errichten. Mit dem Umzug nach Küsnacht beendete er die Kliniktätigkeit und empfing Patienten in seiner Privatpraxis. Jung hatte 1905 habilitiert, widmete sich nun vermehrt der Forschung und begründete die Lehre der Analytischen Psychologie. Seine Gattin unterstützte ihn dabei aktiv. 1910 begann sie mit ihm ihre Träume zu analysieren und selber zu forschen; ab 1930 war auch sie als Analytikerin tätig.

C.G. Jung war als Forscher in seltenem Masse ursprünglich, vital und unmittelbar – seine Frau stand ihm zeitlebens mit grosser menschlicher Reife zu Seite. Ohne Emma als liebende und besonnene Gefährtin auf dem Weg, ist Leben und Werk von C.G. Jung nicht zu denken.